Chinchilla Biologie
Allgemeiner Steckbrief des Chinchillas
Name: Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera)
Ursprüngliche Heimat: Südamerika (Anden und Kordilleren)
Dortiger Lebensraum: Im Gebirge bis ca. 3000 m Höhe, lebt in Höhlen und Felsspalten, geringe Luftfeuchtigkeit
Stammform: Standardfarben, graues Fell (Abweichungen von hellgrau bis dunkelgrau), Körperunterseite aufgehellt (bis hin zu Weiss)
Körperlänge: 21 - 35 cm (Abweichungen möglich)
Schwanzlänge: 10 - 20 cm
Gewicht: zwischen 400 bis 1000 Gramm möglich
Lebenserwartung: als Heimtier ca. 18 - 24 Jahre, in der Natur bedeutend kürzer
Geschlechtsreife: mit ca. 4-5 Monaten
Dauer der Trächtigkeit: 111 Tage
Jungtiere pro Wurf: 1 bis 4 (seltener bis zu 6)
Würfe pro Jahr: 2 bis max. 3
Natürliche Feinde: Greifvögel (Eulen), Marder, Füchse
Ordnung:
Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:
Meerschweinchenverwandte
Überfamilie:
Chinchillaartige
Familie: Chinchillas (Chinchilliidae)
Arten:
Langschwanzchinchilla & Kurzschwanzchinchilla
Unterarten:
Königschinchilla & Kleines Kurzschwanzchinchilla
Die Tiere in
Heimtierhaltungen, Hobbyzuchten und auch Großzuchten gehören fast ausschließlich
zur Art Langschwanzchinchilla. Innerhalb der Art des Langschwanzchinchillas wird
nochmals unterteilt in 3 verschiedene Typen:
a)
der La-Plata Typ: größte Variation, runde Wuchsform, Gewicht meist über
500 gr
b)
der Costina Typ: länglichere Wuchsform, spitzerer Kopf, Gewicht zw. 350
und 450 gr
c)
der Raton Typ: gedrungene Wuchsform, Gewicht durchschnittlich nur 200 gr
Hier ist wiederum zu
beachten, daß beinahe alle Tiere aus Heimtierhaltungen, Hobbyzuchten und auch
Großzuchten Kreuzungsformen zwischen La Plata und Costina Typ darstellen. Sie
unterscheiden sich daher je nach dem vorherrschenden Typ im äußeren
Erscheinungsbild.
Herkunft:
Südamerikanische Anden,
sowie Teile der Länder Peru, Bolivien und Chile. In bis über 5000 Metern Höhe
in Felsspalten und Höhlen.
Klima:
Die jährlich mittlere
Temperatur in den Herkunftsgebieten liegt bei ca. 14°C, die
Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind hingegen relativ groß, d.h.
Tagestemperaturen von über 20°C gegenüber Nachttemperaturen um den
Gefrierpunkt.
Niederschläge:
In den Sommermonaten
vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen auf dem Andenplateau, an den Hängen
nahezu keine Niederschläge. Luftfeuchtigkeit in allen Gebieten sehr niedrig.
Nahrung
der Wildchinchillas:
Pflanzen und
Pflanzenteile - im besonderen Samen, Blätter, Zweige, Wurzeln, Kakteenfrüchte.
Wasserzufuhr über die Nahrung oder Tau.
Brunst:
Die Zykluslänge liegt
beim Weibchen bei etwa 28 bis 35 Tagen. Die gesamte Dauer einer Brunst, auch
Hitze genannt, beträgt 3 bis 5 Tage.
Dauer
der Trächtigkeit:
Zwischen 106 und 120
Tagen, durchschnittlich jedoch 111 Tage.
Anzahl
der Jungtiere:
Bei normalen Würfen liegt
diese zwischen 1 – 3 Jungtieren pro Wurf, in seltenen Fällen können bis zu 6
Jungtiere vorkommen.
Erste
Brunst post partum:
Eine erneute Belegung des
Weibchens ist bereits nach 1-3 Tagen möglich.
Gewichtszunahme
der Jungen:
1. Lebenswoche:
1-3 gr pro Tag
ab Ende der 1. Lebenswoche:
bis zu 5-6 gr pro Tag
bis Ende der 3.Lebenswoche:
doppeltes Geburtsgewicht
bis Ende der 4. Lebenswoche:
85 – 180 gr
bis Ende der 8. Lebenswoche:
200 – 300 gr
Das Gewicht eines
ausgewachsenen Tieres liegt im Durchschnitt bei 550 – 600 gr. Dieses Gewicht
wird meist erst mit Vollendung des 12. - 18. Lebensmonats erreicht. Es gibt
jedoch auch Tiere, bei denen Gewichte bis zu 1000 gr und mehr möglich sind.
Andererseits kommen auch ausgewachsene Tiere mit einem Gewicht von nur etwa 400
gr vor. Dies liegt vor allem an der Vererbung der Eltern und an der Entwicklung
in den ersten Lebenswochen. Ein Chinchillajunges sollte deshalb auch nie zu früh
von der Mutter getrennt werden. Frühestens sollte dies mit 8 Wochen geschehen,
besser sind jedoch 10 Wochen oder 12 Wochen.
Geschlechtsreife:
Böckchen und
Weibchen sind mit ca. 4-6 Monaten geschlechtsreif. Zur Zucht sollten allerdings
nur Weibchen eingesetzt werden, die mindestens 9-10 Monate alt sind.

Einige
Besonderheiten:
Eine der interessantesten
Besonderheiten am Chinchilla ist sein Verdauungstrakt, dieser ist in seiner
Beschaffenheit sehr gut an die karge Pflanzennahrung seiner Heimat angepaßt.
Aus diesem Grund führen ernährungsbedingte Haltungsfehler der Chinchillas in
Menschenobhut fast immer zu teilweise schweren Verdauungsstörungen. Der Darm
ist mit mit einer Gesamtlänge von 250 cm relativ lang.
Das Haarkleid des Chinchillas ist ebenfalls einzigartig, da jede Haarwurzel aus bis zu 60 Einzelhaaren besteht. Im Idealfall stehen die einzelnen Haare senkrecht vom Körper ab. Eine gleichmäßige Verteilung von Grannenhaaren bewirkt die typische „stehende“ Form des Chinchillafelles.
