Rund ums Chinchilla

Biologie:
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:
Meerschweinchenverwandte
Überfamilie: Chinchillaartige
Familie: Chinchillas (Chinchilliidae)
Arten: Langschwanzchinchilla & Kurzschwanzchinchilla
Unterarten: Königschinchilla & Kleines Kurzschwanzchinchilla
Die Tiere in
Heimtierhaltungen, Hobbyzuchten und auch Großzuchten gehören fast ausschließlich
zur Art Langschwanzchinchilla.
Innerhalb der Art des Langschwanzchinchillas wird
nochmals unterteilt in 3 verschiedene Typen:
a) der La-Plata Typ: größte Variation, runde Wuchsform, Gewicht meist über
500 gr
b) der Costina Typ: länglichere Wuchsform, spitzerer Kopf, Gewicht zw. 350
und 450 gr
c) der Raton Typ: gedrungene Wuchsform, Gewicht durchschnittlich nur 200 gr
Hier ist wiederum zu
beachten, daß beinahe alle Tiere aus Heimtierhaltungen, Hobbyzuchten und auch
Großzuchten Kreuzungsformen
zwischen La Plata und Costina Typ darstellen. Sie
unterscheiden sich daher je nach dem vorherrschenden Typ im äußeren
Erscheinungsbild.
Herkunft:
Südamerikanische Anden,
sowie Teile der Länder Peru, Bolivien und Chile. In bis über 5000 Metern Höhe
in Felsspalten und Höhlen.
Klima:
Die jährlich mittlere
Temperatur in den Herkunftsgebieten liegt bei ca. 14°C, die
Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind
hingegen relativ groß, d.h.
Tagestemperaturen von über 20°C gegenüber Nachttemperaturen um den
Gefrierpunkt.
Niederschläge:
In den Sommermonaten
vergleichsweise hohe Niederschlagsmengen auf dem Andenplateau, an den Hängen
nahezu keine Niederschläge.
Luftfeuchtigkeit in allen Gebieten sehr niedrig.
Nahrung
der Wildchinchillas:
Pflanzen und
Pflanzenteile - im besonderen Samen, Blätter, Zweige, Wurzeln, Kakteenfrüchte.
Wasserzufuhr über die Nahrung oder Tau.
Brunst:
Die Zykluslänge liegt
beim Weibchen bei etwa 28 bis 35 Tagen. Die gesamte Dauer einer Brunst, auch
Hitze genannt, beträgt 3 bis 5 Tage.
Dauer
der Trächtigkeit:
Zwischen 106 und 120
Tagen, durchschnittlich jedoch 111 Tage.
Anzahl
der Jungtiere:
Bei normalen Würfen liegt
diese zwischen 1 – 3 Jungtieren pro Wurf, in seltenen Fällen können bis zu 6
Jungtiere vorkommen.
Erste
Brunst post partum:
Eine erneute Belegung des
Weibchens ist bereits nach 1-3 Tagen möglich.
Gewichtszunahme
der Jungen:
1. Lebenswoche:
1-3 gr pro Tag
ab Ende der 1. Lebenswoche:
bis zu 5-6 gr pro Tag
bis Ende der 3.Lebenswoche:
doppeltes Geburtsgewicht
bis Ende der 4. Lebenswoche:
85 – 180 gr
bis Ende der 8. Lebenswoche:
200 – 300 gr
Das Gewicht eines
ausgewachsenen Tieres liegt im Durchschnitt bei 550 – 600 gr. Dieses Gewicht
wird meist erst mit Vollendung
des 12. - 18. Lebensmonats erreicht. Es gibt
jedoch auch Tiere, bei denen Gewichte bis zu 1000 gr und mehr möglich sind.
Andererseits kommen auch ausgewachsene Tiere mit einem Gewicht von nur etwa 400
gr vor. Dies liegt vor allem an der Vererbung
der Eltern und an der Entwicklung
in den ersten Lebenswochen. Ein Chinchillajunges sollte deshalb auch nie zu früh
von der Mutter
getrennt werden. Frühestens sollte dies mit 8 Wochen geschehen,
besser sind jedoch 10 Wochen oder 12 Wochen.
Geschlechtsreife:
Böckchen und
Weibchen sind mit ca. 4-6 Monaten geschlechtsreif. Zur Zucht sollten allerdings
nur Weibchen eingesetzt werden,
die mindestens 9-10 Monate alt sind.
Einige
Besonderheiten:
Eine der interessantesten
Besonderheiten am Chinchilla ist sein Verdauungstrakt, dieser ist in seiner
Beschaffenheit sehr gut an die
karge Pflanzennahrung seiner Heimat angepaßt.
Aus diesem Grund führen ernährungsbedingte Haltungsfehler der Chinchillas in
Menschenobhut fast immer zu teilweise schweren Verdauungsstörungen. Der Darm
ist mit mit einer Gesamtlänge von 250 cm relativ lang.
Das Haarkleid des
Chinchillas ist ebenfalls einzigartig, da jede Haarwurzel aus bis zu 60
Einzelhaaren besteht. Im Idealfall stehen die
einzelnen Haare senkrecht vom Körper
ab. Eine gleichmäßige Verteilung von Grannenhaaren bewirkt die typische
„stehende“ Form des Chinchillafelles.
Allgemeiner Steckbrief des Chinchillas
Name: Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera)
Ursprüngliche Heimat: Südamerika (Anden und Kordilleren)
Dortiger Lebensraum: Im Gebirge bis ca. 3000 m Höhe, lebt in Höhlen und Felsspalten, geringe Luftfeuchtigkeit
Stammform: Standardfarben, graues Fell (Abweichungen von hellgrau bis dunkelgrau), Körperunterseite aufgehellt (bis hin zu Weiss)
Körperlänge: 21 - 35 cm (Abweichungen möglich)
Schwanzlänge: 10 - 20 cm
Gewicht: zwischen 400 bis 1000 Gramm möglich
Lebenserwartung: als Heimtier ca. 18 - 24 Jahre, in der Natur bedeutend kürzer
Geschlechtsreife: mit ca. 4-5 Monaten
Dauer der Trächtigkeit: 111 Tage
Jungtiere pro Wurf: 1 bis 4 (seltener bis zu 6)
Würfe pro Jahr: 2 bis max. 3
Natürliche Feinde: Greifvögel (Eulen), Marder, Füchse
Die richtige Haltung von Chinchillas
Einzel-, Paar oder Gruppenhaltung
Chinchillas sollten niemals alleine gehalten werden, da sie den sozialen
Kontakt zu ihren Artgenossen unbedingt brauchen.
Auch in der freien Wildbahn
leben Chinchillas in kleinen Gruppen. Ein Chinchilla, das bereits mehrere Jahre
alleine gehalten wurde,
ist schwierig mit anderen Chinchillas zu vergesellschaften.
Die Paarhaltung, wie sie
auch bei uns seit Jahren erfolgreich praktiziert wird, bietet die für den
Heimtierhalter brauchbare Alternative.
Wer sich über Nachwuchs (ca. 2-3 mal
pro Jahr) freut, kann ein Böckchen und ein Weibchen halten. Wenn man lieber
keinen Nachwuchs
möchte, aus welchen Gründen auch immer, ist es möglich 2 gleichgeschlechtliche
Jungtiere oder auch aus demselben Wurf zu vergesellschaften.
Falls man 2 Böckchen
zusammen hält, muß man darauf achten, daß die Tiere keinen Kontakt zu Weibchen
haben, da dies zu schlimmen
Rangordnungskämpfen führen kann.
Die Gruppenhaltung bietet
die Möglichkeit, z.B. ein Böckchen mit mehreren Weibchen zu vergesellschaften.
Man könnte auch hier wiederum
eine gleichgeschlechtliche Gruppe zusammenführen.
Die Tiere im Jungtieralter aneinander zu gewöhnen bietet auch hier viele Vorteile.
Das tägliche Sandbad
Für das richtige Wohlbefinden ist
das tägliche Sandbad im Chinchilla-Badegranulat unumgänglich. Als
Badegranulat empfehlen wir hier den
echten Attapulgus-Chinchillabadesand - in
Zoofachgeschäften erhältlich durch die Firma Vitakraft (grüne
Papiersäcke).
Das wöchentliche Saubermachen
Ebenso wichtig ist die wöchentliche
Grundreinigung der Käfige - d.h. die gesamte Streu wird entfernt, alle
Bretter gesäubert - ebenso die
Schlafhäuser, Röhren, Äste
usw. Einmal im Monat wird alles heiss abgewischt und desinfiziert (zB Akasept,
Sagrotan oder Lysoform).
Die Urinecken werden jedoch möglichst täglich
beim Füttern entfernt - auch die Bretter sollten möglichst täglich
abgekehrt werden.
Die richtige Ernährung für unsere Chinchillas
Als Grundnahrungsmittel erhalten unsere
Chinchillas täglich folgendes:
- spezielle Chinchillapellets (hier: Ovator oder BERKEL Chinchilla Pellets - Bezug über http://www.chinchilla-paradise-shop.at
- hochwertiges Bergwiesenheu (hier: Grummet Heu, Bergwiesenheu)
- frisches Trinkwasser
- diverse Kräuter (zB Pfefferminze, Brennessel, Löwenzahn, selbstgetrocknet oder gekauft, auf die jeweilige Wirkung der Kräuter achten
und nicht wild alles durcheinander geben!)
Nagesteine
Um den Nagetrieb der Tierchen zu befriedigen, stehen unseren Chinchillas Nagesteine
(im besonderen Ytong-Steine aus dem Baumarkt) zur Verfügung.
Zusatzfutter
Weiteres Zusatzfutter bekommen unsere Chinchillas immer abwechselnd
und/oder je nach Bedarf, besonders Kräuter dürfen NIE willkürlich
sondern nur gezielt verfüttert werden
getrocknete Apfelchips
getrocknete
Disteln (Mariendistel),
getrocknete Hagebutten
sowie je nach Jahreszeit:
getrocknete Himbeer-, Brombeer-, Pfefferminz- und Brennesselblätter
sowie Topinambur (Blätter und Stengel)
natürlich alles aus eigenem Anbau!
Ein TIPP:
Hier bietet die Firma Vitakraft tolle getrocknete Leckerbissen an - in Form
von:
- Mariendisteln
- Echinacea
und vieles mehr!
Man beachte:
Bitte nur jeweils eine Art verfüttern - nicht sämtliche Kräuter vermischen.
Im Winter gebe ich zum Beispiel gerne etwas Echinacea oder getrocknetes
Topinambur
für die Abwehrkräfte.
Frischfutter
Bei trächtigen und laktierenden Weibchen wird die Pelletsmenge natürlich etwas erhöht - zusätzlich erhalten diese Weibchen
kleine Apfelschnitze oder
unmittelbar nach der Geburt
frische Petersilie oder ein Löwenzahnblatt
(zur Anregung der Verdauung).
Haferflocken und trockenes Brot
Falls mal eines der Tiere etwas weichere Köttel haben sollte, bekommt
man dies am besten mit einem Stück trockenem Brot oder einem Teelöffel
Haferflocken
wieder in den Griff. Bei ernsten oder langandauernden Fällen bitte sofort
den Tierarzt aufsuchen!!!